Hallo,
eine geruhsame Woche liegt hinter mir.
Die Tour nach Tairua geht mal wieder über die Berge. Nach mühsamem Schieben erreiche ich oben die Wolkengrenze. Erst setzt leichter Nieselregen ein, dann verstärkt sich das Wetter zu heftigem Dauerregen. Trotz Regencape wird alles richtig nass.
Das Hostel in Tairua ist sehr entspannt. Der Schlafsaal hat ein großes Fenster zur Bucht. Viele genießen dort mehr Tage als geplant. Ich bleibe 4 Tage dort. Wie immer nutze ich die Zeit für mehrere Ausflüge in die Berge.
Bei der Abreise wird das beladene Rad bestaunt. Die Fahrt nach Whitianga geht wieder über 300 Höhenmeter. Diesmal bleibt es trocken entgegen der Wettervorhersage. Hier komme ich in einem Surfer Hostel unter. Die meisten gehen zum Surfkurs. Ich nutze das Rad für zwei schöne Ausflüge.
Morgen geht's weiter nach Waihi Beach. Ein großer Camping Platz bietet auch Betten für Backpacker.
Viele Grüße aus dem sonnigen Whitianga
Joachim
11. Februar 2016
3. Februar 2016
Whittianga
Hallo,
das Lions Den in Coromandel war mehr alternativ als dem Haus gut tut. Alle Zimmer stehen Tag und Nacht offen! Der Garten ist verwildert. Es tummelt sich Ungeziefer aller Art. Dafür ist der Chef Alleinveranstalter und Alleinunterhalter. Selten traf ich soviele interessante Aussteiger wie dort. Sie erzählen offen ihre Lebensprobleme und Hoffnungen. Die Landschaft dort erlaubt Ausflüge zu Fuß oder mit dem Rad. Dadurch wird mir die Woche nicht langweilig.
Eine erste kurze Etappe mit Gepäck habe ich am Montag geschafft. Nur 44 km, aber über 6 Pässe. Die Straßen in NZ sind eben anders. Mit viel Schieben brauche ich dafür fast 7 Stunden. Im YHA Whittianga bin ich in einem Viererzimmer mit täglich wechselnden Mitbewohnern untergekommen. Zum Haus gehört aber eine eigene Küche. Das ermöglicht wieder eigenes Kochen.
Von hier aus besuche ich gestern die Cathedral Cove, eine vom Meer in den Fels gewaschene riesige Höhle. Dazu ist das Fahrrad vor Ort sehr nützlich.
Am Freitag startet die nächste Etappe nach Tairua. Mal sehen, was mich dann erwartet.
Viele Grüße aus einem bergigen Land.
Joachim
das Lions Den in Coromandel war mehr alternativ als dem Haus gut tut. Alle Zimmer stehen Tag und Nacht offen! Der Garten ist verwildert. Es tummelt sich Ungeziefer aller Art. Dafür ist der Chef Alleinveranstalter und Alleinunterhalter. Selten traf ich soviele interessante Aussteiger wie dort. Sie erzählen offen ihre Lebensprobleme und Hoffnungen. Die Landschaft dort erlaubt Ausflüge zu Fuß oder mit dem Rad. Dadurch wird mir die Woche nicht langweilig.
Eine erste kurze Etappe mit Gepäck habe ich am Montag geschafft. Nur 44 km, aber über 6 Pässe. Die Straßen in NZ sind eben anders. Mit viel Schieben brauche ich dafür fast 7 Stunden. Im YHA Whittianga bin ich in einem Viererzimmer mit täglich wechselnden Mitbewohnern untergekommen. Zum Haus gehört aber eine eigene Küche. Das ermöglicht wieder eigenes Kochen.
Von hier aus besuche ich gestern die Cathedral Cove, eine vom Meer in den Fels gewaschene riesige Höhle. Dazu ist das Fahrrad vor Ort sehr nützlich.
Am Freitag startet die nächste Etappe nach Tairua. Mal sehen, was mich dann erwartet.
Viele Grüße aus einem bergigen Land.
Joachim
25. Januar 2016
Eine Woche in Auckland
Hallo,
Dank meiner Unentschlosssnheit bin ich für eine Woche in Auckland geblieben. Es gibt genug zu sehen oder mit dem Rad zu erkunden. Es fehlte offenbar der Plan für meine Reiseroute bzw. die Information aus dem Pedaller s Paradise. Die dort beschriebene Route übersteigt aber auch meine Fähigkeiten.
Zuerst habe ich vermutet, dass eine Zeltausrüstung dafür erforderlich ist. Die konnte ich im warehouse kostengünstig erwerben. Dann kamen mir aber Bedenken, dass die zusätzlichen Kilo das Fahrrad nicht verkraftet. Also konnte ich die Ausrüstung wieder zurückgeben.
Höhepunkte der Stadt waren die Vulkane (Mount Eden bzw. One Tree Hill), die Gebirgskette im Westen, die Badeorte im Norden, die Museen (Auckland Art Museum, das Technikmuseum MOTAT, die Jubiläumsaustellung zu 70 Jahre Air New Zealand ).
Heute nun bin ich erstmals mit großem Gepäck gestartet , allerdings mit der Fähre nach Coromandel. Vom Fähranleger sind es dann nur 10 km zur Coromandel Town. Hier bin ich in einem leicht alternativen Hostel gelandet - der maximale Kontrast zu dem überorganisierten YHA Hostel in Auckland. Mal sehen, was die nächste Woche bringt.
Viele Grüße aus einer grünen Oase .
Joachim
Dank meiner Unentschlosssnheit bin ich für eine Woche in Auckland geblieben. Es gibt genug zu sehen oder mit dem Rad zu erkunden. Es fehlte offenbar der Plan für meine Reiseroute bzw. die Information aus dem Pedaller s Paradise. Die dort beschriebene Route übersteigt aber auch meine Fähigkeiten.
Zuerst habe ich vermutet, dass eine Zeltausrüstung dafür erforderlich ist. Die konnte ich im warehouse kostengünstig erwerben. Dann kamen mir aber Bedenken, dass die zusätzlichen Kilo das Fahrrad nicht verkraftet. Also konnte ich die Ausrüstung wieder zurückgeben.
Höhepunkte der Stadt waren die Vulkane (Mount Eden bzw. One Tree Hill), die Gebirgskette im Westen, die Badeorte im Norden, die Museen (Auckland Art Museum, das Technikmuseum MOTAT, die Jubiläumsaustellung zu 70 Jahre Air New Zealand ).
Heute nun bin ich erstmals mit großem Gepäck gestartet , allerdings mit der Fähre nach Coromandel. Vom Fähranleger sind es dann nur 10 km zur Coromandel Town. Hier bin ich in einem leicht alternativen Hostel gelandet - der maximale Kontrast zu dem überorganisierten YHA Hostel in Auckland. Mal sehen, was die nächste Woche bringt.
Viele Grüße aus einer grünen Oase .
Joachim
16. Januar 2016
Neuseeland - die Anreise
Liebe Leser,
fast eine Woche bin ich jetzt unterwegs. Stationen der Anreise waren: Frankfurt - Shanghai - Auckland. Kontrastreicher koennen die Zwischenstationen kaum sein.
Wie immer starte ich mit dem Nahverkehrszug von Boehl-Iggelheim nach Frankfurt - diesmal ueber Schifferstadt und Mainz, weil der Zug von Mannheim nach Frankfurt extrem unzuverlaessig faehrt. In Mainz ueberrascht mich die DB dann aber trotzdem: Die S-Bahn faellt aus, der alternative Regionalexpress faehrt vom Nachbarbahnsteig - also mit Gepaeck nochmals ueber die Bahnsteigbruecke hechten...
Der Flug mit Lufthansa nach Shanghai laeuft angenehm ruhig im riesigen Airbus 380. Wegen einer zusaetzlichen Visakontrolle beim Einstieg verzoegert sich den Abflug aber um mehr als eine halbe Stunde. Auch das Gepaeck (mein ueberschwerer Rucksack) macht keine Probleme beim Einchecken, eher die elektronische Bordkartenvegabe.
Ich erwische den Sitz zwischen zwei Babyplaetzen einer neuseelaendischen und einer chinesischen Familie. Die Kinder reagieren aber genauso wie deutsche Babys...
In Shanghai ist genauso Winter wie in Deutschland: 5 Grad Celsius und truebe Luft - meine Winterkleidung kann also bleiben. Gebucht habe ich ein "Service Appartment Hotel". Es ist eingerichtet fuer einen laengeren Aufenthalt fuer Geschaeftsleute - trotzdem preiswerter als die Hotels. Die Fahrt mit der U-Bahn (Linie 2) ist das erste Abenteuer. Tickets gibts nur am Automat, ein freundlicher Firmenmitarbeiter aus Deutschland hilft mir gluecklicherweise. Wir fahren dann auch zusammen bis in die Innenstadt. Meine Ausstiegsstation liegt noch 20 min weiter westlich, am "Zhongshang Park". Das Hotel ist von dort nur 300 m entfernt - also schnell erreicht.
Noch am Nachmittag gehts - trotz Schlafmangel - auf erste Erkundung der naeheren Umgebung: ein Einkaufszentrum mit "Carrefour"- Markt und eben der Park. Hier gehen (statt joggen) viele Einwohner zur Abendentspannung - auch Tai Chi beobachte ich. Nach Einbruch der Dunkelheit (ab 18:00 Uhr wie auf der Nordhalbkugel) erwerbe ich Proviant fuer die naechsten beiden Tage. Da als "Deposit" fuer den Schluessel 100 Yuan ( = 20 Euro) verlangt werden, bleiben mir nur 100 Yuan fuer die naechsten Tage. 14 Yuan kosten die beiden U-Bahn-Tickets von umd zum Flughafen.
Der naechste Tag dient dem Erobern der Stadt. Ich goenne mir den 7-km- Fussmarsch vom Zhongshan Park zum "Bund", dem touristischen Zentrum am grossen Fluss, direkt gegenueber vom neuen Stadtviertel Pudong mit der beruehmten Skyline. Die Kontraste sind beachtlich: von den traditionellen Wohnungen der Einwohner in dreigeschossigen Einfachwohnbloecken bis zu den Wolkenkratzern in der Nanjin Road. Zum Glueck sind hier in der Innenstadt alle Strassennamen englisch transkribiert und auf dem Stadtplan gut zu finden. Die Uferpromenade (auf der 3 m hohen Flutschutzmauer) ist traumhaft trotz des Dunstschleiers der das Bild vernebelt. Nach Sueden gelangt man zur chinesischen "Altstadt". Es ist eher ein nachgebautes Viertel mit unendlich vielen kleinen Geschaeften und Restaurants. Die Garagengeschaefte finden sich in den Strassen ausserhalb. Es ist brereits dunkel bei der Rueckkehr. Eindrucksvoll sind die Lichter der Fussgaengerzone und die Skyline vom Pudong-Viertel. Eine total ueberfuellte U-Bahn bringt mich 5 Stationen weit wieder zum Ausgangspunkt zurueck.
Der dritte Tag ist schon Abreise. Um 9:00 Uhr gebe ich der noch schlafenden Dame an der Rezeption den Schlussel zurueck und erhalte die 100 Yuan zurueck, mit denen ich nun ja nichts mehr anfangen kann. Die U-Bahn-Fahrt mit schwerem Rucksack und zwei Taschen gelingt nur deshalb, weil die nur 1 Minute vor uns (verspaetet) fahrende U-Bahn die meisten Zusteiger aufnimmt. Trotzdem ist meist nur ein Stehplatz moeglich. Der Rucksack lehnt an eine Haltestange. Die Ausreiseformalitaeten sind wesentlich kuerzer als bei der Einreise. Weil ich kein Visum vorher beantragt habe, nutze ich die 72-Stunden-Regel fuer ein Kurzzeit-Visum. Ausser dem Weiterflugticket muss dafuer noch Hoteladresse und Telefonnummer angegeben werden.
Der Abflug nach Auckland mit New Zealand Airways verzoegert sich um zwei Stunden wegen verspaeteter Ankunft des Gegenflugs. In wenig mehr als einer Stunde ist der gesamte Ent- und Beladevorgang abgeschlossen. Wir koenen starten in der nagelneuen Boeing 787. Die Sitze haben Wadenstuetzen, die sich zu einer (minimalen) Liegeflaeche hochklappen lassen.
Auckland begruesst mich mit sommerlichen Sonnenschein bei 24 Grad. Der im Vergleich zu Frankfurt und Shanghai eher kleine Flughafen ist ueberschaubar und hat nur kurze Wege. Auch die Einreise und Quarantaene-Kontrolle verlaeuft schnell und problemlos. Schon im Flughafen kann ich das Ticket fuer den Airport-Express-Bus loesen (mit Visa-Karte, da ich noch keine NZ-Dollar besitze). Eine halbe Stunde spaeter bin ich im YHA-City-Hostel , zu frueh um das Zimmer zu beziehen. Das Gepaeck kann ich im Luggage Room stehen lassen und ueber die Queens Street in die Innenstadt spazieren. Zuerst brauche ich Geld: Bei der NZ-Bank versagt meine Maestro-Karte ! Glueck habe ich aber bei der ANZ-Bank. Abhebungen kosten dort aber $3. So geruestet gehts nun an die ersten Besorgungen: ein einheimisches Mobile Phone liefert "Vodafone" fuer $19 - aber nur mit SIM-Karte fuer NZ. Die weltweite SIM-Karte kostet $29 extra - allerdings mit 200 Freiminuten, erspart also weitgehend die Zusatzkosten fuer ein Guthaben. Einen detaillierten Strassenatlas finde ich im Buchhandel fuer $25, der Adapter fuer NZ-Stecker soll $10 kosten - ich verzichte zunaechst.
Die letzte Nach schlafe ich 10 Stunden mit nur einer Unterbrechung - der Schlafmangel muss aufgeholt werden. Heute steht der Erwerb eines Fahrrads an (fuer 300 Euro). Der "BikeBarn" hat eine Filiale nur knapp 1 km vom Hostel. Um 11:00 Uhr bin ich dort und finde tatsaechlich ein schoenes Trecking Bike fuer $449, mit Gepaecktraeger und Montage auch meines mitgebrachten Fronttraegers dann genau $503, also ziemlich genau 300 Euro. Ich starte sofort zum Ausflug an die Uferstrasse der Meeresbucht (Tanakira Drive). Ein Anflug von Cote d'Azur ueberkommt mich. An einer Sandbucht (Mission Bay) pausiere ich lange, denke schon ueber die moegliche Weiterreise nach. Die Rueckfahrt ist schnell, dann folgt der Anstieg zum Hostel (ca 100 Hoehenmeter). Ernuechternd wirkt zunaechst die Auskunft, dass das Hostel keine Fahrradunterbringung bietet. Allerdings kann ich im benachbarten YHA International Hostel mein Fahrrad unterstellen. Die Abendmesse um 18:00 Uhr in der benachbarten kath. Kirche beschliesst den Tag. Es gibt Brot und Wein fuer alle, aus getrennten Weinglaesern. Eine Minderheit der Kirchenbesucher ist weiss.
Nach dem Abendessen sitze ich nun im benachbarten Intenet-Shop um diese Mail zu verfassen.
Viele Gruesse aus dem sommerlichen Auckland
Joachim
7. Oktober 2015
Mallorca 3
Hallo,
die 40-taegige Rundreise neigt sich nun dem Ende entgegen. Morgen werde ich wieder nach Palma zurueckradeln, um von dort noch einige Exkursionen mit den Schmalspurzuegen zu planen. Das Fahrrad kann man sogar mitnehmen.
Von Arta aus war ich unterwegs auf der "Via Verde", der Trasse der bis 1977 bestehenden Bahnverbindung. Die 29 km lange Trasse ist aufwaendig restauriert. Offenbar war einmal an eine Reaktivierung des Bahnverkehrs gedacht.
Besucht habe ich dann in einer Rundfahrt das Castell in Capdepera, den Badeort Platja Rajada und die Tropfsteinhoehle Caves d'Arta.
Von der mittelalterlichen Burganlage - die einmal das ganze Dorf umfasste - geht der Blick weit ueber die Kuestenorte. Platja Rajada besitzt eine umfangreiche Infrastruktur - und ein wunderschoenes Cap mit Leuchtturm. Stuermischer Wind macht die Fahrt dorthin zum Abenteuer. Die Hoehlen glaenzen mit Superlativen: Die groesste Hoehle, die hoechste Saeule, usw. Die Abendfuehrung hatte gerade mal 5 Teilnehmer...
Von Arta aus habe ich erstmals ein sehr preiswertes Ferienhotel ueber "Booking.com" gefunden: Hotel Peymar in S'Illot. Halbpension fuer 30 Euro (mit Fruehstuecks- und Abend-Buffet !). Ausfluege von hier fuehren zu den Coves de Drac (Drachenhoehle) und der benachbarten Stadt Manacor. Die Hoehle begeht man ohne Fuehrer auf einem gut ausgebauten Weg und bestaunt die Vielzahl der Gebilde, die ich schon gesehen habe. Auf einem unterirdischen See spielen 5 Musiker im Ruderboot kurze klassische Stuecke ! Die Stadt Manacor schlaeft gerade ihren Mittagssschlaf. Dafuer ist die Rueckfahrt auf einer idyllischen Landstrasse eine Erholung.
Von dort bin ich vorgestern nach Colonia di Sant Jordi gefahren, eine 60 km-Tour durch Hitze und gegen den Wind. Im Hostal Doris kostet es nun 38 Euro - nur mit Fruehstueck. Lange Strand- und Kuestenwanderungen stehen hier auf dem Programm - entlang der Felskueste mit eingelagerten Badebuchten aus weissem Sand.
Morgen also folgt die letzte lange Etappe nach Palma.
Viele Gruesse aus Mallorca
Joachim
29. September 2015
Mallorca 2
Hallo,
nun bin ich im Casal d'Arta untergekommen - mit freier Internet-Nutzung und einem freien Rechner (!)
Die letzten zwei Wochen waren vor allem Wanderferien. Noch in Alaro steige ich auf den 826 m hohen Burgberg zum Castell d'Alaro. Von hier oben öffnet sich der Blick weit über die Tramuntana und die (diesige) Ebene nach Palma.
Die Weiterfahrt nach Pollenca wird unterbrochen von dem sich auflösenden Fahrradmantel am Vorderrad. Ich operiere in Campnanet zwar einen Glassplitter heraus, der den Mantel aufschneidet - es bleibt aber gewagt damit weiterzufahren. Genau in diesem Augenblick kommt das Service-Fahrzeug eines Radverleihers aus Port de Pollenca vorbei, um einem Kunden das Hinterad zu tauschen (nach einem Speichenriss). Er lädt mich ein, in seiner Werkstatt einen neuen Mantel montieren zu lassen.
So geht die Reise nach Pollenca weiter - aus Sicherheitsgründen über die glatte aber verkehrsreiche MA 2200. Dort komme ich in einem recht teuren kleine Hotel (Desbrull) unter - für eine Nacht. Es bleibt Zeit für einen Stadtrundgang durch die Altstadt und auf den Pilgerberg "Calvari". Von hier überblickt man die Ebene bis zur Küste.
Dorthin führt die nächste Etappe nach Port de Pollenca. Hier komme ich in einem kleinen Hostal mit schöner Terrasse unter. Eine kleine Küche erlaubt auch Abendessen selbst zu kochen. Wanderungen von hier führen über die Berge nach Cala Bouqet und Cala St. Vincenc - jeweils kleine Badebuchten mit schönem Strand ohne viele Touristen.
Highlight ist die Radfahrt über die Halbinsel Formentor - zweimal über 300 m hohe Pässe mit abenteuerlicher Straßenführung und atemberaubenden Ausblicken von den senkrecht ins Meer stürzenden Felsen.
Die nächste Station ist Alcudia - nur 10 km weiter. Rudimentäre Ausgrabungen einer römischen Stadt und ein großer Sonntagsmarkt in allen Gassen und Plätzen sind die Highlights. An einem Regentag spaziere ich durch die Vorstadt an der Badia de Pollenca mit kleinen Privatvillen und zwei Großen TUI-Hotels.
Eine große Rundfahrt führt mich zu den Höhlen von Campanet, die ich aufgrund der Panne auf der Hinfahrt nicht mehr besucht habe. In einer unerwarteten Dichte und Qualität bestaune ich die versteinerten Zeugen von 4 Mio Jahren Kalkwassers. Seit 35 Jahren sind die Höhlen trocken - Klimawandel ! Durch die kleinen Landstädtchen sa Pobla und Muro führt der Weg zurück an die Küste mit überbordender Hotelinfrastruktur und durchgehendem Sandstrand hinter einem schmalen Dünenstreifen.
Zwei Tage habe ich in der einzigen Jugendherberge auf Mallorca gebucht. Sie ist vornehmlich für Gruppen und Schulklassen gedacht. Einzelreisende sind hier die Ausnahmen. Ausgedehnte Wanderungen vom Haus aus führen über die Halbinsel Victoria. Die bizarren Karstberge bilden den Kontrast zu den vielen Meeresbuchten. Mancher Weg artet aber in Felskletterei aus. Am letzten Tag , Sonntag, stellt der Herbergsleiter fest, dass das Haus jetzt für den Winter geschlossen wird !
Ich kehre nochmal zwei Tage nach Alcudia zurück - ein Tag ist dem Mallorca Ironman gewidmet. So nah kommt man den Sportlern sonst selten. Am zweiten Tag, gestern, gehts auf eine 16 km-Wanderung zu einer einsamen Badebucht "Platja del Coll Baix". Der letzte Abschnitt führt über die Geröllhalde der abgerutschten Hangfelsen - eine abenteuerliche Kletterei. Auf dem Rückweg trifft mich fast ein Blitz. Nur 100 m entfernt knallt er unvermittelt in den Boden. Ich rette mich unter den CarPort einer offen stehenden Finca - eine ungewöhnliche Chance, weil sonst alle Fincas wie Hochsicherheitsgelände verriegelt sind.
Heite gehts weiter von der Nord-Rregion an die Ostküste. Das historische Städtchen Arta bietet einen schönen Einstieg zur Erkundung der Gegend in den nächsten drei Tagen.
Viele Grüße aus Mallorca
Joachim
15. September 2015
Mallorca 1
Hallo,
endlich finde ich einen brauchbaen Zugang zum Internet.
Ich bin in Alaro wieder auf der ebenen Seite der Tramuntana-Gebirges. Bis dahin gab es manche Herausfordrung:
Nach erfolgreichen Flug mit der Firma "ADRIA" - "SUNEXPRESS" war eigentlich angekuendigt verbringe ich 5 Tage im HostalPONS in Palma. Das Vorbuchen ueber Booking.com hat gut funktioniert. Die Stadt selbst ist schon so vielseitig, dass man nicht alles in 5 Tagen sehen kann. Natuerlich nutze ich auch mein Rad zu einer ersten Bergtour und zur Exkursion nach S'Arenal - der Strandhochburg am oestlichen Ende der Stadt. Die gesamte Bucht ist mit einer durchgaengigen Radroute ausgestattet. Viele Nutzen diese mit Leihraedern. Auf der Bergtour begegnen mir nur Rennradler ohne Gepaeck. Reiseradler scheint es nicht zu geben.
Der Start zur Westkuesten-Tour beginnt mit der Fahrt nach Sant Elm am westlichen Ende der Insel. Der Ort liegt sehr beschaulich gegenueber der Insel Dragonera. Es ist ein Ort fuer Familien mit Ferienwohnungen. Dort beginnt die beruehmte Tramuntana-Tour ueber 120 km bis Polenca. Meine erste Etappe fuehrt nur bis Banyalbufar - 40 km aber bereits ueber vier Paesse. Dort uebernachte ich im letzten freien Zimmer eines recht teuren Hotels - Reduktion gibts, weil man im Zimmer dauernd das Brummen der Kuehlaggregate fuer die Kueche hoert. Die zweite Bergetappe erschwert die Fahrt durch ein lang anhaltendes Gewitter bis Deia. Dies ist ein Ort, wo sich mehrere Kuenstler lange Jahre zurueckgezogen haben. Schliesslich lande ich am naechsten Tag wieder unten in Soller, dem Ort mit dem vorgelagerten Hafen Port de Soller, den man mit der historischen elektrischen Bahn von 1911 aus Palma erreicht. Natuerlich bin ich die Strecke schon von Palma aus gefahren.
Hier ist erstmal Wandern angesagt. Im Hostal NADAL lohnt sich ein laengerer Aufenthalt. Drei Bergtouren an den Haengen der Tausender, die den Ort bekraenzen, dienen der Abwechslung. Da ich nur Wandersandalen mitgenommen habe, verbieten sich die schwierigeren Klettertouren. Dennoch sind die Ausblicke aufs Meer und die Berge grossartig.
Heute ueberquere ich das Gebirge zum letzten Mal ueber den 500 m hohen Coll de Soller mit gefuehlt ca 30 Serpentinen. Auf der Ostseite der Berge ist es zwar heiss. Dafuer ist das Radfahren unbeschwerter und schneller.
Viele Radfahrer nutzen die Passstrassen - aber nur mit Rennraedern ohne Gepaeck. Daher nehmen die Autofahrer durchweg Ruecksicht auf Radler. Unter den anderen Radlern bin ich ein Exot mit meinem schwer bepackten Rad. Auch ist es durchweg schwierig, Unterkuenfte ohne Vorbuchung zu finden - vor allem aber ziemlich teuer. Hostels mit Mehrbettzimmern oder Jugendherbergen habe ich bisher nicht gefunden.
Das Wetter ist heiss bis bewoelkt. Regen hat mich bisher nur zweimal erwischt: in Palma bei der Rueckkehtr vom Einkauf und - wie oben beschrieben - bei der Tour nach Deia.
Viele Gruesse aus dem beschaulichen Alaro.
Joachim Heidinger
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